Gemeinschaft

Zur Gründung des Franziskanerklosters Pankow

Grundstück des Klosters 1921

Nach vielem Suchen in der Innenstadt und verschiedenen Stadtbezirken Berlins bot der Pfarrer von Berlin-Pankow den Franziskanern eine kleine Kapelle in der Parkstraße zur Klostergründung an. Diesem Plan trat jedoch der Fürstbischof von Breslau entgegen mit der Begründung, dass die Kapelle zu nahe an der Pfarrkirche liege. Er empfahl durch die Delegatur den Erwerb des Französischen Domes als passende Niederlassung. Die Verhandlungen mit der reformierten Gemeinde führten jedoch zu keinem Erfolg. Durch Mittelspersonen und nach schwierigen Verhandlungen konnten schließlich im Juni 1921 in Berlin-Pankow das Gartengrundstück Wollankstraße 19 mit zwei Wohnhäusern erworben werden und etwa 4 Wochen später auch das Nachbargrundstück Wollankstraße 18 mit einem Wohnhaus.

Das Kloster vor der Wende

Nur unter großen Schwierigkeiten und nach mühsamen Verhandlungen mit dem Wohnungsamt konnten durch Tausch oder freiwilligen Auszug von Mietern in dem etwa 50 m von der Straße entfernt liegendem Haus im Grundstück Wollankstraße 19 einige Räume für eine Klostergründung eingerichtet werden. Im Herbst 1921 zogen die ersten zwei Patres ein: P. Johannes Imping und P. Joseph Kiera.

Franziskanerkloster Pankow heute

Die erste Berliner Drittordens-gemeinde wurde vielleicht durch zugewanderte Terziaren gegründet. In den Jahren der Gründerzeit, nach dem deutsch-französischen Krieg 1870/71 blühten Klein- und Großindustrie, Handel und Gewerbe in Berlin auf. Junge Menschen aller Berufe und weibliche Hausangestellte zogen aus den katholischen Gebieten in die Diasporastadt Berlin. Unter Gleichgesinnten suchten die Zuwanderer Halt und geistliche Betreuung. Eine Statistik aus dem Jahre 1922 nennt für Berlin sieben Drittordens-gemeinden mit 842 Professen, 413 Novizen und 175 Kandidaten. Dieser franziskanischen Familie nahmen sich die ersten zwei Patres nun besonders an, neben Volksmissionen, Exerzitien, Einzelaushilfen und Vortragsabenden.