Zeittafel zur Geschichte der Franziskaner (in Berlin)

1210

Papst Innozenz III. bestätigt die Lebensweise des Franz von Assisi. 

1221

Franz von Assisi sendet erste Brüder nach Deutschland und England; unter ihnen ist Cäsar von Speyer.

1223

Papst Honorius III. bestätigt die Regel des Minderbrüderordens

1226

Gründung einer Niederlassung der Minderbrüder in Ziesar

 

Es entstehen weitere Niederlassungen in Brandenburg (1230), Greifswald (1242), Berlin (um 1250), Angermünde (1250), Prenzlau (um1250), Kyritz (um 1250), Stralsund (1254), Frankfurt/Oder (1269), Gransee (1302).

1230 (26.Mai)

Das Generalkapitel in Assisi beschließt die Teilung der Provinz Teutonia in die Provinzen Rhenania und Saxonia. Die Saxonia erstreckt sich über ganz Nord-, Mittel- und Ostdeutschland und zählte mehr als 80 Niederlassungen in 12 Kustodien.

1244

Berlin wird erstmals in einer Urkunde erwähnt.

1249

Der märkische Chronist Andreas Angelus erwähnt Hermann von Langele als Franziskaner in Berlin.

1250

Markgraf Johann I. und Otto III. beraten mit ihrem Beichtvater Hermann von Langele (Minderbruder) die Gründung eines Zisterzienserinnenklosters in Zehdenick

1252

Provinzkapitel in Berlin unter dem Provinzialminister Konrad von Sachsen

1257 (8.April)

ist "Hermanus, lector fratrum minorum" in Berlin in einer Schenkungsurkunde erwähnt.

1271

Die Markgrafen Otto V. und Albrecht III., Söhne von Otto III. schenken den Franziskanern ein Gelände zum Bau eines Klosters an der heutigen Klosterstraße nahe ihrer Residenz an der alten Stadtmauer.

1290

Ritter Jakob von Nebede schenkt den Minderbrüdern eine Ziegelei zwischen Berlin und Tempelhof am Abhang des Kreuzberges. Dort wurden die gleichen Ziegelsteine gefunden wie sie zum Bau des Grauen Klosters verwendet wurden.

1327

Interdikt wegen der Ermordung des Bernauer Propstes. Die Minderbrüder dürfen weiterhin die Hl. Messe feiern.

1436

Der Rat der Stadt nimmt die Minderbrüder gegen den Berliner Propst in Schutz. Dieser wollte Spenden der Gläubigen für die Minderbrüder den Pfarrkirchen zuführen.

1539 (1.Nov.)

Joachim II. nimmt das lutherische Abendmahl.

1540 (18.Aug.)

Die Visitatoren liefern mit Einführung der Märkischen Kirchenordnung alle Kirchengeräte des Grauen Klosters an die kurfürstliche Silberkammer ab.

1540

Das Graue Kloster wird aufgelöst. P. Andreas Winhold beginnt, in der Klosterkirche lutherisch zu predigen.

1564

Die Saxonia besteht nur noch aus 2 Niederlassungen.

1571 (5.Jan.)

stirbt der letzte Franziskaner von Berlin, Bruder Petrus, Otto von Golitz.

1574 (13.Juli)

Das Graue Kloster wird das erste Gymnasium Berlins.

1581

Der letzte Franziskaner in Schlesien stirbt. Danach gibt es in Schlesien 30 Jahre lang keine Franziskaner mehr. Die Wiederbegründungen in Schlesien geschehen von Böhmen bzw. Mähren aus.

1603

Die Saxonia besteht nur noch aus dem Konvent Halberstadt.

1875

Die Klöster werden im Kulturkampf geschlossen.

1902 (4.Okt.)

Errichtung der selbständigen schlesischen Kustodie.

1911 (11.Nov.)

Errichtung der schlesischen Provinz zur hl. Hedwig, Breslau.

1921

Die Franziskaner von Breslau erwerben an der Wollankstraße 18 und 19 in Pankow vier Grundstücksparzellen in der Größe von 13.162 m². Dazu gehören zwei Häuser an der Wollankstraße und ein Gartenhaus.

1925

Errichtung des Konventsgebäudes neben dem Gartenhaus. Die Kapelle wird am 4. Oktober eingeweiht.

1945

Berlin-Pankow ist das einzige von 16 Häusern, das der Schlesischen Provinz zur hl. Hedwig nach dem 2. Weltkrieg westlich der Oder/Neiße verbleibt.

1961 (13.Aug.) 

Bau der Mauer.

1967

Bau des Franziskanerklosters in Tempelhof an der Götzstraße im Westteil Berlins.

1973 (15.Feb.)

Der Ordensgeneral schließt die Niederlassungen der schlesischen und der sächsischen Provinz, die im Gebiet der DDR liegen, zu einer Föderation zusammen.

1980 (1.März)

Der Ordensgeneral erhebt die Föderation der Franziskaner in der DDR zur Vikarie, 1987 zur Vizeprovinz.

1986

Das Franziskanerkloster Tempelhof im Westteil Berlins wird an das Bistum Berlin verkauft. Die Franziskaner übernehmen im August die Gemeinde St. Ludwig in Berlin-Wilmersdorf.

1992 (1.Jan.)

Die Vizeprovinz zum hl. Franziskus und die Sächsische Franziskanerprovinz vom hl. Kreuz werden nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten durch Dekret des Ordensgenerals zusammengeschlossen.

1992

Leben in gemischter Hausgemeinschaft. Mauritzer Franziskanerinnen leben mit Brüdern der sächsischen Franziskanerprovinz in einer Hausgemeinschaft. Dieses Projekt wurde 2004 beendet.

2000

Verkauf eines Großteils des Gartens des Klosters in Berlin-Pankow als Parkanlage einer Seniorenresidenz und an den SKF für den Neubau einer Behindertenwerkstatt.

2003

Sanierung der beiden Vorderhäuser an der Wollankstraße und Errichtung eines Essensaales für die Bedürftigen der Stadt. Mittlerweile kommen täglich bis zu 500 Gästen zur Suppenküche. Die Sanierung und der Anbau des Essensaales konnten nur durch Beteiligung der EU (EFRE) realisiert werden.

2004 (25.Juni)

Feierliche Eröffnung der neuen Suppenküche unter Teilnahme des Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse, Erzbischof Georg kardinal Sterzinsky und der Sozialsenatorin Heidi Knacke-Werner.

2005

Am 1. Januar bezieht die Missionszentrale der Franziskaner - Berliner Büro - das neu sanierte Vorderhaus Wollankstraße 19.

2005

Am 23. Januar wird die Glocke mit der Inschrift: T Der Herr gebe dir Frieden geweiht, ab dem 20. März läutet sie zu den Gebetszeiten des Klosters und zur Essenausgabe der Suppenküche.


Die Franziskanerkirche des Grauen Klosters um 1890
Die Ruine des grauen Klosters heute

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