Am Anfang war die Essensausgabe ...

Schwester Monika, Initiatorin der Suppenküche

Schwester Monika, Hauptinitiatorin der Suppenküche am Franziskanerkloster, erlebte in der Nachwendezeit gerade im Ostteil von Berlin, im Prenzlauerberg, wo sie Hausbesuche bei den Benachteiligten und Ärmsten der Stadt machte, und auch von Menschen auf der Straße angesprochen wurde, die existentiellen Nöte der Menschen. Immer wieder hörte sie Sätze: "Schwester ich habe Hunger. Haben sie nicht etwas zu essen für mich!?" Inspiriert von der Vorgehensweise ihres großen Vorbildes, des Hl. Franziskus, der möglichst direkt und konkret die Fragen und Nöte seiner Zeit und der Menschen um ihn herum beantworten wollte, ergab sich das Gespräch mit den Brüdern des Franziskanerklosters in der Wollankstraße in Berlin-Pankow.

Unter Trägerschaft des Franziskanerklosters fing Schwester Monika zusammen mit Katharina Metzner von der Franziskanischen Gemeinschaft und unterstützt von etlichen ehrenamtlichen Helfern mit ihrer konkreten Hilfe ganz einfach an. So wurde regelmäßig ein Mittagessen gekocht, das an die Hilfe suchenden Besucher der Einrichtung verteilt wurde. Dieser Anfang gab dem ganzen Projekt auch seinen Namen: "Suppenküche Franziskanerkloster"!

Anfangs kamen 20 Leute, bald schon 50 und 100. Mittlerweile kommen durchschnittlich 300 bis 500 Personen zur Essenausgabe in die Suppenküche.

Am Anfang stand die Suppenküche als direkte Essenausgabe. Dies sollte die erste konkrete Antwort auf die Anfragen der Hilfesuchenden sein. Die Küche gibt an 6 Tagen in der Woche warmes Essen aus, d.h. jeden Tag, bis auf Montag, also auch am Wochenende und an Feiertagen.

Schon bald ergab sich weiterer Unterstützungsbedarf. Viele Besucher sagten: "Von meinem Magen her ist mir zwar erst mal warm. Aber wenn ich nachher weiterziehe, wird mir doch recht bald wieder kalt. Habt ihr nicht auch etwas Warmes zum anziehen." Daraus ergab sich die Einrichtung einer Kleiderkammer, in der die Obdachlosen und Bedürftigen zweimal in der Woche saubere und der Witterung entsprechende Kleidung bekommen können.

Da es hierbei auch um den Bedarf von sauberer Kleidung ging, wurde das nächste Dilemma deutlich: Was bringt es, saubere Kleidung auf einen verdreckten und verschwitzten Körper anzuziehen. Viele der Hilfesuchenden benötigten also vor der Kleiderkammer erst einmal eine Duschmöglichkeit. Das Angebot der Kleiderkammer wurde von uns daher durch die Einrichtung einer Hygienestation ergänzt. Wir nannten es so, weil man hier Duschen, sich rasieren oder die Haare waschen kann. Darüber hinaus erhält man hier den Kleinbedarf an Hygieneartikeln von der Zahnbürste bis zum Taschentuch. Das Ganze findet parallel zur Öffnung der Kleiderkammer statt, also auch an zwei Tagen in der Woche.

Die materiellen Hilfeleistungen sind jedoch nicht die einzigen, die wir in unserer Einrichtung leisten wollen. Für viele Besucher ist das Materielle oft nur ein Aufhänger. Sie kommen um sich mit anderen zu unterhalten, um einander zu treffen, am sozialen Leben der Gesellschaft teilnehmen zu können. So kann man sicherlich sagen: Für viele ist die Suppenküche auch ein Kommunikationszentrum. Diese Vorstellung fällt nicht schwer, wenn man bedenkt, dass sich hier täglich bis zu 500 Menschen treffen.

Das Gespräch untereinander hat seine Wichtigkeit, doch hat es auch seine Grenzen. Immer wieder kommen Besucher zu uns, denen die Probleme über den Kopf gewachsen sind und zu deren Bewältigung sie um Unterstützung nachfragen. Viele sehen den "Wald vor lauter Bäumen nicht mehr". Telefongespräche, Schriftverkehr sind für viele eine massive Überforderung, wenn überhaupt auch technisch möglich. Wer auf der Straße lebt, ist froh wenn er postalisch zu erreichen ist.

Hier sind Beratung, Unterstützung und Begleitung eine zwingende Notwendigkeit. Eine Sozialberatung rundet deshalb das Angebot unserer Hilfeleistungen ab.

Das Team der Hauptamtlichen 2014 (von links nach rechts): Br. Andreas, Petra Jasper, Br. Gregor, Br. Johannes, Klaus-Peter Peetz, Rosi Skupin, Michaela Arndt, Br. Alfons


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